Bahnhof steht zum Verkauf

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Bahnhof steht zum Verkauf

(Quelle: Briloner Anzeiger, www.briloner-anzeiger.de )


"Ich bin mir sicher, dass den Einheimischen das Schicksal und das weitere Vorgehen am Herzen liegt", so Bürgermeister Franz Schrewe zu Beginn der Bürgerversammlung in der alten Schule in Brilon-Wald.

Mehr als 60 interessierte Bürgerinnen und Bürger kamen zu dieser Infoveranstaltung der Verwaltung der Stadt Brilon, um sich über den zukünftigen Erwerb oder Nicht-Erwerb des alten Empfangsgebäudes des Bahnhofs einen ersten Eindruck zu machen.

Das Gebäude mit einer Nutzfläche von 756qm, während hier lediglich Erd- und Obergeschoss gemessen wurden, und einer Baumasse von 3.700 Kubikmetern wurde der Stadt mit einer vorrangigen Kaufoption zum symbolischen Kaufpreis von 1 Euro von der Bahn AG angeboten. Neben ungeklärten Fragen der Bürger zum Denkmalschutz des Gebäudes aus den 20-er Jahren antwortete Beigeordneter Sommer: "Das Gebäude wurde überprüft und für Denkmalschutzwürdig befunden, ist aber noch nicht endgültig in den Denkmalschutz eingetragen."

Weitere Probleme sahen die Bürger in der vollständigen Entwidmung, eventuellen Altlasten und in der Zuwegung, denn der Preis von 1 Euro beziehe sich jediglich auf die Fläche des eigentlichen Gebäudes. Der separate Preis für die Zuwegung "ist noch zu verhandeln", erklärte Stadtbaudirektor Nolte daraufhin. Bürgermeister Schrewe legte den Brilon-Waldern vier verschiedene Möglichkeiten des weiteren Vorgehens vor, bei denen die Stimmen anwesender Bürger eindeutig für den Kauf seitens der Stadt sprachen.

Auch in Hinsicht auf die eventuell entstehende Skihalle sei "der Bahnhof nicht mehr wegzudenken", jedoch wird die Stadt das Gebäude im Falle eines Kaufes "keinem städtischen Nutzen zuführen, dafür haben wir kein Geld", betonte Stadtkämmerer Stockebrand. "Fakt sei, dass der notarielle Kaufvertrag im Falle eines Kaufes bis 31. 3. 2004 unter Dach und Fach sein müsse und ein Abriss des Gebäudes zu schade wäre", so einige Bürger in der anschließenden Diskussion.

Überraschend für die Anwesenden jedoch mehr als positiv war die Meinung des extra aus Meschede kommenden Franz-Josef Knipschild zu dieser Versammlung: "Ich kann Sie, die Brilon-Walder, nur beglückwünschen. Das ist eine ganz große Chance, packen Sie sie an, machen Sie etwas daraus."
Und auch Ortsvorsteher Manfred Sack rief im Falle eines städtischen Kaufes in Form eines Infoblattes mit der Überschrift "Unser Bahnhof - eine Chance für Brilon-Wald" ( http://www.brilon-wald.de/brilon-wald/home/dorf/aktuelles/55.html hier klicken ) für eine Ideenfindung und die Erarbeitung eines Konzeptes, welchen Nutzen das Bahnhofsgebäude und das Umfeld haben könnten, auf.

Schlussendlich betonte Bürgermeister Schrewe: "Heute abend sollten keine Beschlüsse und Entschlüsse fallen. Wir wollen von dieser Versammlung mitnehmen, dass das Bahnhofsgebäude möglichst in städtischer Hand gehalten und dann weiter vermarktet wird." So der zu vernehmende einstimmige Wunsch der anwesenden Bürger.
Und Beigeordneter Sommer: "Erst wenn der Rat entscheidet, wir, die Stadt Brilon kaufen das Gebäude, können Privatleute und Gruppen auf uns zukommen und sagen, wir haben dieses und jenes Konzept."

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