Nachbericht: Pontifikalamt mit Weihbischof Matthias König zum Patronatsfest in St. Joseph Brilon-Wald

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Nachbericht: Pontifikalamt mit Weihbischof Matthias König zum Patronatsfest in St. Joseph Brilon-Wald

Zu Gast in Brilon-Wald: Weihbischof Matthias König


Das diesjährige Patronatsfest in St. Joseph kann man schon als bedeutungsvolles Ereignis für die kleine Pfarrvikarie und den Ort bezeichnen. Hatte man doch nach 6 Jahren wieder einen Bischof zu Gast.

Auf Vermittlung von Herrn Vikar Marc Gießelmann war Weihbischof Matthias König der Einladung des Pfarrgemeinderates zum Patronatsfest am 18. März gefolgt und feierte mit der Gemeinde, aber auch vielen Gästen aus dem Pastoralverbund und darüber hinaus, ein Pontifikalamt.

Die Predigt des Weihbischofs war von der gegenwärtigen und zukünftigen Situation der Kirche geprägt.
Der Wandel der Zeit in Politik, des Arbeitsmarktes und der gesellschaftlichen Institutionen gehen auch an den großen Kirchen nicht vorbei. Seit 30 Jahren wird überdeutlich, wie sich die vertraute Gestalt der "Volkskirche" auflöst. Hierzu führte der Weihbischof an: "Während man hier im Ort früher auffiel, wenn man am Sonntag nicht zur Kirche kam, fällt man auf, wenn man hingeht. Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familien – bis auf wenige Ausnahmen sucht man sie an normalen Sonntagen vergeblich."

Die Erweiterungen der "pastoralen Räume" (Gründung der Pastoralverbünde, Reduzierung der Dekanate von 40 auf 19) sei eine spürbare Änderung der äußeren Strukturen. Diese Reform, die in den letzten Jahren viele Kräfte gebunden haben, sei aber zwingend notwendig.
Die Folge: "Der persönliche Kontakt der Seelsorger zu den Gläubigen wird schwieriger." Viele Gemeindemitglieder sind verunsichert.

Es müssen Bemühungen geschaffen werden, so der Weihbischof, einen inneren Neubeginn zu schaffen. Es gehe schließlich um die Frohe Botschaft und um den Kern dessen, was uns als Christen leben lässt. Dies ist und bleibt eine große Herausforderung.

Obwohl die Versuchung groß ist, sei das "Gejammer" über die gegenwärtige Krise ein entscheidener Fehler. Es gelte zu entdecken, dass Krisen auch Chancen entstehen lassen. Für den Christen sei es wichtig, u. a. aus der Mobilität zu lernen, wenn Ihnen der Glaube wichtig sei.
Das ist schwer. Denn viele sagen: "Wenn ich hier am Ort meine Messe nicht mehr bekomme, dann gehe ich eben gar nicht mehr!".
Der Weihbischof sah dieses als erschreckend an, wie leichtfertig Gläubige das aufgeben, was Ihnen doch so heilig war. Hier stellte er auch die Verwurzelung des Glaubens und die Gottesbeziehung in Frage.

In den Pastoralverbünden tun sich viele Chancen auf. Selbst kleine Orte und Gemeinden können - im Zusammenarbeiten mit den anderen - Dinge "auf die Beine bringen", die allein nicht möglich wären.
Die Gläubigen können noch mehr entdecken, wozu sie durch ihren Anteil am allgemeinen Priestertum berufen sind, nämlich für das gottesdienstliche Leben am Ort genauso Mitverantwortung zu tragen, wie für Verkündigung und Caritas.

Die bewusste Feier des Patronatsfestes bezeichnete der Weihbischof als eine Feier der eigenen christlichen Identität. Sie kann Vergewisserung der im Glauben begründeten Gemeinschaft hier am Ort sein.

Die Tugenden des hl. Joseph und dessen Vorbildfunktion wurden in der Predigt besonders herausgestellt. Trotz der vielen Zumutungen habe er in Glaubenstreue die Krisen seines Lebens zu Chancen gemacht. Hierzu wurde ihm von Gott immer wieder die Kraft gegeben. Diese Kraft erhielt er aus den tiefen Wurzeln zu Gott.

So wünschte der Weihbischof der Gemeinde, wie der hl. Joseph ihren Weg zu finden und zu gehen!

Das Pontifikalamt, an dem auch die Fahnenabordnungen vom Heimatschutzverein und der Chorgemeinschaft teilnahmen, hatte einen würdigen musikalischen Rahmen. Beeindruckend wirkte die Chorgemeinschaft Brilon-Wald unter der Leitung von Heinrich Franz mit. Begeisternd an der Orgel: der Abiturient Sebastian Freitag aus Wewer;,ein Schüler des Domorganisten Gereon Krahforst.

Nach dem Pontifikalamt schloss sich in der alten Schule ein Empfang an, zu dem die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Ursula Blaszat den Weihbischof und alle Gemeindemitglieder sowie Gäste herzlich begrüßte.
In einem Grußwort stellte Ortsvorsteher Manfred Sack die Ortschaft vor.
Der Weihbischof, der im Juni dieses Jahres im Pastoralverbund die Firmung spenden wird, bedankte sich bei allen Mitwirkenden und für die gute Aufnahme in Brilon-Wald.
Mit einem geselligen Beisammensein und bei guten Gesprächen klang das Patronatsfest aus.

Zum diesjährigen Osterfest steht das nächste besondere Ereignis in St. Joseph, eine weitere Station auf dem Weg der Gemeinde, an.
Am Morgen des Ostersonntages findet wieder das Auferstehungsamt, mit Beginn auf dem Friedhof, statt. Anschließend wird zum Osterfrühstück geladen.

Alle Gemeindemitglieder und Gäste sind schon jetzt zu einer weiteren lebendigen Begegnung herzlich willkommen!

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