Der geklaute Schützenvogel

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Der geklaute Schützenvogel

Wir befinden uns in einer Zeit, wenige Jahre nach dem 2. Weltkrieg. Eine Horde Düdinghauser Fußballer rattert mit ihrem holzbetriebenen LKW auf ihrem Rückweg vom Auswärtsspiel in Scharfenberg, welches sie vermutlich verloren haben, durch das wunderschöne Hoppecketal. Als der Holzvergaser nach frischer Nahrung schreit, haben die Insassen Glück: In Brilon-Wald wird Schützenfest gefeiert!

Spontan wird beschlossen, dass nicht nur der LKW Nährstoffe braucht, sondern auch die Kehlen dringend befeuchtet werden müssen. Ein paar Biere später wird auch schon die Heimreise wieder angetreten.
Im Gepäck: Der Schützenvogel.

Kaum zurück auf der Hauptstraße, kam auch schon die Polizei aus Brilon, die jedoch erst einmal zur Schützenhalle fuhr. So hatten die 3 beteiligten Akteure noch Zeit ihre Beute unter der Hecke des Klosters zu verstecken. Eine Untersuchung des offenen Lastwagens durch die Polizei konnte da nichts bringen.
Zu diesem Zeitpunkt wussten die meisten der Fußballer gar nicht, was eigentlich gespielt wurde. Es wurde auch nicht darüber gesprochen. Zurück in Düdinghausen stieg man ab und ging nach Hause.

Um Mitternacht weckte einer der 3 Akteure, Ernst Schönhense, seinen Bruder Josef. Und so ging es zum zweiten Mal nach Brilon-Wald zum Versteck des Vogels am Kloster. Nach einigem Suchen in der Dunkelheit fand man den Vogel dann schließlich auch.

Erst beim Heimweg klärte Ernst seinen Bruder auf, der daraufhin am liebsten 8 Gänge im Auto gehabt hätte, so schnell wollte er nach Hause.

Erst im Jahr darauf, als das Beutestück beim Düdinghauser Vogelschießen benutzt wurde, wurde offen über die Geschehnisse in Brilon-Wald gesprochen.

1994 luden die Düdinghauser den Heimatschutzverein zu ihrem Jubiläumsschützenfest ein und überreichten einen neuen Vogel, der nun in unserer Schützenhalle hängt.
Der Vorgang ist in Brilon-Wald nicht aktenkundig.

Aus den Erinnerungen von Josef Schönhense (Düdinghausen), überarbeitet von Florian Otto

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