Die Schützenhalle Brilon-Wald

Die Schützenhalle

Aussenansicht der Halle

Wie in vielen anderen Ortschaften im Sauerland gehört die Schützenhalle auch in Brilon-Wald zu den wichtigsten Begegnungsstätten im Ort. Hier werden nicht nur die Feste des Vereins (Schützenfest, Jungschützenfest, Kinderschützenfest, Karneval etc.), sondern auch viele Hochzeiten, Geburtstage und Jubiläen gefeiert. Zu diesem Zwecke wird unsere Halle gerne von "Nicht-Brilon-Waldern" genutzt. Auch einige Jugendfreizeiten und Ferienlager wählten die Halle als Domizil.

Die Geschichte der Schützenhalle
Quelle: Chronik-Artikel von Harald Emde

Nachdem die Brilon-Walder in den ersten Jahren seit der Vereinsgründung ihr Schützenfest an verschiedenen Stellen des Dorfes feierten, wurde am 17.04.1933 von der Generalversammlung des Schützenvereins beschlossen, eine Schützenhalle zu bauen. Am 28.05.1933 wurde bei der Baupolizei ein Bauantrag gestellt, der von Vorstandsmitgliedern (Franz Becker, Anton Stratmann, Josef Mund) und dem Bauleiter (Heinrich Fahle) unterschrieben war. Am 08.06.1933 kam bereits die Genehmigung zum Bau. Der Bauschein kostete 10 RM. In selbstlosem Einsatz stellten die Vereinsmitglieder ihre Arbeitskraft zur Verfügung und erbauten in den Jahren 1933 und 1934 eine Schützenhalle. Erst vom 29. bis 31. Juli 1933 wurde wieder ein Schützenfest - nun in der neuen Schützenhalle - gefeiert. Allerdings waren an der Halle noch erhebliche Arbeiten zu verrichten. Im Kassenbuch werden die Baukosten für 1933 mit 4945,86 Mark und im Jahr 1934 mit 1.987,07 Mark beziffert. Die Gesamtkosten der Schützenhalle beliefen sich somit auf 6.932,93 Mark.

Da die Kosten für den Bau der Schützenhalle nicht allein aus eigenen Mitteln aufgebracht werden konnten, gewährte die Dortmunder Aktienbrauerei 1933 ein Darlehn in Höhe von 2.000 Mark und mit Vertrag vom 31.05.1934 ein weiteres Darlehn in Höhe von 1.000 Mark. Für dieses zweite Darlehn haben 16 Schützenbrüder gegenüber der Dortmunder Aktienbrauerei die selbstschuldnerische Bürgschaft als Gesamtschuldner übernommen. Ein größerer Teilbetrag dieser Darlehn in Höhe von 1.500 Mark wurde am 26.01.1946 - somit vor der Währungsreform - getilgt.

Aus dem Kassenbuch ist zu entnehmen, daß unmittelbar nach der Währungsreform und der Neugründung des Vereins umfangreiche Instandsetzungsarbeiten an der Halle - insbesondere am Dach und Fußboden - erforderlich waren und durchgeführt wurden. Die Kosten für die Instandhaltung der Halle, sowie des neuen Tanzbodens, beliefen sich damals auf DM 755,00. Neue Tische und Bänke wurden für DM 475,00 gekauft. Die Kosten hätten sich jedoch wesentlich erhöht, wenn nicht durch die Vermittlung der Herren Anton Stratmann und Heinrich Kraft, die damals dem Briloner Stadtrat angehörten, die gesamte Holzrechnung der Stadt Brilon erlassen worden wäre.

Die Tische und Bänke, die erst 1993 ersetzt wurden, sind 1948 in der damaligen Schreinerei Steltemeier, Brilon-Wald, hergestellt worden. Einen Stromanschluß erhielt die Schützenhalle 1949. 1950 erfolgte die Wasserversorgung der Schützenhalle. Es wurde eine Leitung vom heutigen Kirchweg - Haus Nr. 17, Engelhard - bis zur Schützenhalle verlegt. Der Graben wurde in Eigenleistung geworfen. Den Bierkeller konnte man nun über eine neue Treppe begehen.

1952 wurde damit begonnen, Teile des Hallenbodens - vor den Theken - mit Asphaltplatten auszustatten. In den folgenden Jahren führte man diese Arbeiten stetig fort. Die Asphaltplatten befinden sich noch heute in unserer Schützenhalle.

Die Toilettenanlage mit Klärgrube, die im Jahr 1980 abgerissen und durch einen Anbau mit neuen Sanitäranlagen ersetzt werden konnte, wurde vor dem Schützenfest 1957 durch Fremdfirmen - Baugeschäft Brambring, sowie Firma Engelbert Lüke, Brilon - erstellt. Es wurde eine Wasserspülung installiert und eine Klärgrube gebaut. Im Jahr 1958 fanden Erweiterungsarbeiten im Hallenbereich der heutigen Küche / Speiseraum statt.

Größere Reparaturarbeiten waren in den folgenden Jahren immer wieder an Dach und Fußboden der Schützenhalle erforderlich. Für diese Arbeiten benötigte der Verein nicht unerhebliche finanzielle Mittel. So wurde 1962 durch das Sägewerk Hillebrand ein Dachentlüfter erstellt. 1964 erfolgte eine Neueindeckung des Hallendaches durch die Firma Hillebrand, Brilon, mit einer neuen Lage Dachpappe. Auch mußte immer wieder Inventar in der Schützenhalle ergänzt und erneuert werden. Einmal wurden Stühle vom Gasthof Menke und ein anderes Mal vom Krankenhaus Hoheneimberg erworben. Am 13.06.1966 nahmen die Schützenbrüder Menke, Böttcher und Patzelt an einer Versteigerung des Inventars des Krankenhauses Maria-Hilf, Brilon, Königstraße, teil. Der Verein ersteigerte 70 Stühle, 2 Regale, 2 Tische, 2 Spülbecken mit Wasseranschluß, sowie einen sechsflammigen Elektro-Küchenherd.

Die Bauarbeiten 1969/70 - Erneuerung des Tanzbodens für ca. DM 3.000,00, Ausbau der Küche und Erneuerung der kleinen Theke für ca. DM 15.000,00 - überstiegen die finanziellen Möglichkeiten des Vereins, so daß bei der Warsteiner Brauerei 1970 ein Darlehn in Höhe von DM 10.000,00 aufgenommen werden mußte. Der Tanzboden bestand aus Lagerhölzern mit Fußbodendielen. Bedingt durch aufsteigende Feuchtigkeit (Erdreich / keine Unterkellerung) und die Inanspruchnahme des Bodens waren immer wieder aufwendige Reparaturarbeiten am Tanzboden erforderlich. Die verantwortlichen Gremien des Vereins entschlossen sich, den Tanzboden mit einem Unterbau aus Beton und den Oberbelag mit Kunststeinplatten zu versehen. Es stellte sich auch heraus, daß der nun vorhandene Tanzboden wesentlich pflegeleichter war, als die ursprünglich vorhandenen Holzdielen. Im Jahr 1972 wurde der gesamte Hallenboden - in einzelnen Bereichen befand sich immer noch Holzfußboden - mit den heute noch vorhandenen Asphaltplatten ausgelegt.

Schmuckvogel1977 wurde ein wunderschöner Ziervogel angeschafft. Herr Gerhard Bonekämper hat dieses Schmuckstück gebaut. Der Kauf wurde durch großzügige Spenden ermöglicht. Dieser Adler schmückt unsere Halle und hängt über der Mitte des Tanzbodens. Ganz besonders wird dieser Ziervogel von auswärtigen Festbesuchern bewundert.

Auch in diesem Jahr konnte mit den Bauarbeiten einer neuen Musikbühne und der Erneuerung der Hallenfassade begonnen werden. Die Arbeiten standen unter der Federführung des Architekten und Schützenbruders Norbert Kulla. Die Musikbühne wurde an die Hallenvorderfront angebaut. Die Arbeiten erfolgten in Holzfachwerk, die Fachwerkfelder wurden mit Klinkern ausgemauert.

Bereits im Jahre 1980 hat sich der Verein erneut eine große Baumaßnahme vorgenommen. Nach dem Neubau der Schützenhalle 1933/34 dürfte dieses wohl eines der wichtigsten und aufwendigsten Bauvorhaben in der Geschichte unseres Vereins gewesen sein: eine neue Toilettenanlage wurde an den südlichen Bereich der Halle angebaut.

Die in der Halle eingebaute Bauheizung wurde 1982 durch eine Warmluft-Hallenheizung ersetzt. 1985 erfolgte eine neue Dacheindeckung. Bei der Erstellung der Toilettenanlagen hatte man gleich daran gedacht, Duschen mit einzubauen, damit die Halle auch während der Sommerferien als Ferienlager zur Verfügung gestellt werden konnte. Da 1981 die finanziellen Mittel des Vereines nicht ausreichten, die gesamten Arbeiten fertigzustellen, wurden die Duschen 1985 eingebaut.

ThekenansichtUnmittelbar nach Beendigung der Karnevalsfeier im Jahr 1987 wurde die vorhandene große Theke abgerissen und durch eine neue Theke ersetzt, die von der Firma Kältetechnik Hellwig geplant und gebaut wurde. Dem Stil dieser Thekenanlage wurde in den folgenden Jahren das Gesamtbild der Schützenhalle angepaßt.

1989 erfolgte ein großzügiger Umbau des Speiseraumes. Damit die neue Thekenanlage auch vernünftig genutzt werden konnte, entschlossen sich die Vereinsmitglieder im selben Jahr, den vorhandenen Bierkeller auszubauen, zu isolieren und mit einer Kühlung zu versehen.

1993 wurden die nach dem Krieg in der Schreinerei Steltemeier fertiggestellten Tische und Bänke erneuert. Die verantwortlichen Vorstandsmitglieder waren sich darüber einig, daß der Hallenstil durch die Bestuhlung nicht verändert werden durfte, so daß nun die Tische und Bänke im ursprünglichen Stil hergestellt wurden.

Im Jahr 1994 wurde die Hallenrückwand ebenfalls mit Fachwerk versehen. Bis zu diesem Zeitpunkt war diese Wand mit Strohmatten im unteren Bereich verkleidet. 1996 beschlossen die Vereinsmitglieder, die Vorderfront der Halle zu erneuern. Die 1977 angebrachte Verkleidung hielt der Witterung nicht stand. Nach zahlreichen Reparaturen entschloß sich der Vorstand, den Giebel der Halle mit Schiefer zu versehen und die darunterliegende Fläche im Bereich der Fenster der bereits vorhandenen Musikbühne anzupassen. Den oberen Bereich des Giebels ziert ein aus Schiefer gearbeitetes Dorfwappen, das bei Festlichkeiten auch angestrahlt werden kann.

Damit künftig auch der Speiseraum mit Küche separat vermietet werden kann und um eine Warmwasserversorgung der Theke sicherzustellen, beschlossen die Vereinsmitglieder 1997, eine separate Heizungsanlage einzubauen. Im Hinblick auf das anstehende Jubiläum wurde in diesem Jahr auch die Innenwand der Vorderfront mit Klinkern und Fachwerk versehen.

Im Frühjahr bis Sommeranfang 2000 wurden wieder einige Arbeiten an der Halle vorgenommen. Der Zaun, welcher den Vorplatz eingrenzt, war an vielen Pfosten stark verrottet und wurde renoviert und neu gestaltet. Im Eingangsbereich wurde ein kleiner Raum als Telefonzelle abgetrennt, nachdem es für das Thekenpersonal immer lästig war, Gäste auf Veranstaltungen das im Raum hinter der großen Theke plazierten Telefon benutzen zu lassen. Der Unterstand hinter der Toilettenanlage wurde seitlich geschlossen, um dort von nun an zusätzliche Tische und Bänke sowie andere sperrige Teile regen- und diebstahlsicher verstauen zu können. Der Sicherungskasten in der Bühnenwand mußte laut Verordnung in den benachbarten Abstellraum verlegt werden, die Bühne sowie der Notausgangsbereich erhielten einen neuen Anstrich und die Leuchtstoffröhre im Eingangsbereich wurde durch elegantere Einbauleuchten ersetzt.

Im Frühjahr 2001 wurde unter Mithilfe zahlreicher Vereinsmitglieder und Dorfbewohner das dringend renovierungsbedürftige, weil undichte Hallendach ersetzt. Im gleichen Zug wurde die doch sehr in die Jahre gekommene Beschallungsanlage erneuert und den räumlichen Bedingungen besser angepasst.
Die Finanzierung dieser nicht gerade billigen Aktion wurde durch die Brauerei Veltins und durch zahlreiche Spenden aus der Bevölkerung unterstützt, sodass der Verein auch nach dieser Aktion schwarze Zahlen schreiben kann. Wie schon so viele Male zeigt es sich, wie spendenbereit die Mitglieder, Freunde und Gönner des Vereins sind, um solche finanzintensiven Maßnahmen zu ermöglichen. Ein herzlicher Dank an alle, die den Verein unterstützen!